ENMIC 8KAX+ & EPOX EP-8K7A VIO & VCORE MOD

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Das ENMIC 8KAX+ und das EPOX EP-8K7A Mainboard kann man zwar mit Hilfe des JP 2 Jumpers bereits um +0,4 Volt erhöhen, aber ich habe formhalber eine kleine Lötanleitung zur weiteren Vcore Erhöhung geschrieben 😉

Was den beiden Mainboards aber bislang komplett gefehlt hatte, war eine Änderung der VIO und somit auch der VAGP. Die VAGP ist für eine ordentliche Grafikkarten-Übertaktung unentbehrlich und die VIO Erhöhung hilft beim erhöhen des FSBs, da höhere Spannungen meist enorme Vorteile bei der Übertaktung bewirken !

Wie immer gibt’s aber zuerst folgende Kleinigkeiten zu beachten:

Beim Mainboard löten sollte man jederzeit absolute Vorsicht walten lassen, um das Board nicht zu „töten“ !

Man verliert natürlich auch den Garantieanspruch, wenn man sein Mainboard modifiziert !

Deshalb empfehle ich eine gute Erdung, indem man z.B. seine Armbanduhr (Metallarmband !) mit einem Kabel zu einer blanken Stelle an der Heizung oder zum Erdungspol (nicht in die beiden Löcher *grins*) der Steckdose verbindet. Auch der Lötkolben sollte am besten an einer Lötstation mit galvanischer Netztrennung und separater Erdung angeschlossen sein ! Jeder sollte aber letztendlich selber entscheiden, wie sorgfältig und sicher er arbeitet.

So, nun aber zur eigentlichen Modifikation der Vcore (CPU-Spannung).

Der Semtech SC 2422, der auf dem Board als Spannungsregler (Biphase Current Mode Controller) dient, hat glückerweise einen Pin (FB/pin 7) zur Spannungskorrektur, um den Mainboardherstellern ein optimales anpassen der Vcore zu ermöglichen.

Diesen FB Pin kann aber auch zweckentfremden, um dem IC eine Fehlerhafte Spannung vorzugaukeln und somit einen Ausgleich der Vcore zu veranlassen. ENMIC und Epox haben mal wieder an die Übertakterwelt gedacht und nutzen bereits selber den Error-Amplifier des Semtech Spannungsreglers mit mehreren Widerständen bis 24 KOhm, die über den Jumper 2 hinzugeschaltet werden. Aus diesem Grund macht eine Modifikation mit dem Lötkolben nur Sinn, wenn man über +0,4 Volt gehen möchte. Da dieser Widerstand keine große Last aushalten muß, ist sogar das Einlöten eines SMD Widerstandes möglich.

Auch dieses mal habe ich wieder ein kleines Script zum ausrechnen des Widerstandswertes erstellt. Einfach die gewünschte Vcore eingeben und das Programm berechnet den erforderlichen Wert:

Meine CPU soll Volt mehr erhalten

Die Position der zu lötenden Stellen kann man recht gut auf diesem Bild erkennen:

Sehr sorgfältig arbeiten, damit keine falschen Lötpunkte verbunden werden !!!

In dem oberen Bild habe ich die beiden einfachsten Stellen mit zwei roten Punkten markiert. Damit man den Widerstandswert später nochmal ändern kann, habe ich den Widerstand nicht direkt angelötet, sondern wie immer ein 2-adriges Kabel auf beiden Seiten ab-isoliert, verzinnt und dann angelötet. Wobei man natürlich vorher auch den gewünschten Widerstand an’s Kabel löten sollte :-)

Nach dem löten unbedingt nochmal die richtige Position überprüfen und keinenfalls Lötzinn auf andere Stellen vom Mainboard kleckern !!!

Nun den Widerstand mit Isolierband oder noch besser einem kleinen Stück Schrumpfschlauch isolieren, damit er nicht gegen andere Bauteile kommen kann. Nachdem das nun geschafft ist, steht einer erhöhten Vcore nichts mehr entgegen, denn ab sofort sollte die Vcore um den im Script ausgewählten Wert höher sein, als die Default Vcore eigentlich war.

Nach jeder Vcore Erhöhung sollte man unbedingt auf den CPU Temperatur Anstieg achten und ggf. einen besseren CPU-Lüfter erwerben !

Jetzt zur langersehnten VIO und VAGP Lötanleitung:

Als 3,3 Volt Spannungsregler (8-pin PWM Switcher Controller) schlummert auf beiden Boards der UNISEM US-3034 nahe den DDR-Speichersockeln. Dieser SMD IC ist natürlich nicht gerade riesig, deshalb sollte man auch diese Lötanleitung nur befolgen, wenn man die nötige Erfahrung im Umgang mit SMD Bausteinen besitzt. Anregungen, wie man sich die nötige Praxis aneignen kann, habe ich ja bereits auf dieser Seite beschrieben. Da UNISEM dem Spannungsregler einen Pin zur Spannungskorrektur verpasst hat (Pin 3 – VFB), ist es kein Problem, diesen Pin mit einem Widerstand gegen Pin5 (GND) zu schalten, um die VIO anzuheben.

Es wäre sogar ohne weiteres möglich, den Widerstandswert so gering zu wählen, daß man knapp 4 Volt !!! VIO erhält, aber ohne zusätzliche Chipsatz-Kühlung sollte man lieber nur bis zu den von mir angegebenen 3,6 Volt gehen.

Um die gewünschte VIO (Voltage Input/Output) von 3,6 Volt zu erzielen, brauch man lediglich einen „normalen 1/4 Watt“ Widerstand mit 6,2 KOHM an die zwei rot markierten Punkte im folgenden Bild anzulöten:

Wie bei jeder Modifikation empfehle ich, den Widerstand über ein 2-adriges Kabel an die Punkte anzulöten, damit man den Wert ggf. nochmal ganz einfach ändern kann.

Hier sieht man bereits das fertig angelötete Kabel für den 6,2 K Widerstand:

Wer vorher schonmal in sein PC-Health Menu vom BIOS geschaut hat, wird das folgende Bild kennen:

Aber die Zeiten sind jetzt vorbei, denn nach der Modifikation erscheinen beim nächsten einschalten folgende Spannungen:

Na wenn das kein Grund zur Freude ist, die VIO läuft von nun an mit 3,60 Volt, anstatt der ursprünglichen 3,40 Volt (eigentlich sollten es ja nur 3,3 Volt sein, aber zur besseren Stabilität ist sie meist höher). Und da die VIO auch die Grundversorgungsspannung für die VAGP, etc. darstellt, gibt es obendrein auch noch die übertaktungs-freundlichen 3,44 Volt für die Grafikkarte :-)

Wie bereits erwähnt – man könnte durchaus höher gehen, aber das sollte man wirklich nur mit weiteren Kühlmaßnahmen durchführen, damit das Board eine lange Lebensdauer behält.

Einen ganz herzlichen Dank möchte ich an dieser Stelle mal wieder an ENMIC
geben, ein super Team !

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