Praxistest …
Erfahrungen mit der Wärmeleitpaste. Das neue Tubendesign fällt sofort positiv auf. Es wirkt deutlich wertiger als bei den Vorgängern. Auch beim Auftragen hatten wir das Gefühl, dass sich die MX-7 besser dosieren lässt als ihre Vorgänger, insbesondere im Vergleich zur MX-6. Die neue Viskosität fällt hierbei ebenfalls positiv auf.
Die etwas flüssigere Konsistenz bietet den Vorteil, dass sich die MX-7 selbst bei geringerem Anpressdruck gut verteilt. Auch bei der Demontage zeigen sich Vorteile: Bei der MX-6 sollte insbesondere bei dem vorigen AM4-Sockel darauf geachtet werden, den Kühler vor dem Abnehmen leicht zu verdrehen, da sonst die Gefahr besteht, dass der Prozessor aus dem Sockel gezogen wird. Bei der MX-7 ist diese Gefahr ebenfalls vorhanden, jedoch deutlich geringer. Bei den LGA-Sockeln von Intel sowie bei einem AMD AM5-Sockel kann dies durch das verbesserte Verriegelungssystem jedoch nicht mehr auftreten.
Folgendes Testsystem wurde verwendet:
| Komponente | Modell |
| Mainboard | ASRock B650 Steel Legend WiFi |
| CPU | AMD Ryzen 7 7700 |
| Kühler | Endorfy Navis F360 ARGB |
| Grafikkarte | KFA2 Nvidia GTX 1070 EX |
| RAM | Kingston Fury 2×16 GB DDR5 6000 MT/s |
| SSD | Samsung 850 Evo 500 GB |
| Gehäuse | NZXT H7 FLOW RGB 2024 |
| Netzteil | NZXT C1500 ATX 3.1 |
Für den Wärmeleitpasten-Vergleichstest wurde unser Testsystem mit AMD Ryzen 7 7700 verwendet. Dieser wurde auf konstante 120 Watt übertaktet, um ausreichend Wärme und gleichzeitig eine gute Vergleichbarkeit herzustellen. Diese Anpassung wurde mit Hilfe von PBO vorgenommen. Zudem wurde die Maximaltemperatur auf 95 °C festgelegt, um ausreichend Spielraum für den Test zu schaffen. Während des Tests wurde außerdem überwacht, dass die CPU konstant 120 Watt verbraucht – ermittelt mit HWiNFO.
Getestet wurde mit Prime95 in der Einstellung „Small FFT“. Alle Tests hatten eine Aufwärmzeit von 10 Minuten, um das Wasser der AIO zu erwärmen, sowie eine anschließende Testzeit von ebenfalls 10 Minuten. Ermittelt wurden jeweils die Durchschnitts- und Maximaltemperaturen der Arctic MX-4, Arctic MX-6 und Arctic MX-7. Als Lüfterprofil wurden alle Lüfter des Systems auf 25 %, 50 %, 75 %, 100 % sowie das ASRock Silent Profil eingestellt. Die AIO-Pumpe lief durchgehend auf 100 %, was bei der Endorfy Navis F360 AIO dennoch nahezu unhörbar ist.
Vorab sei noch gesagt, dass wir versucht haben, möglichst gleichmäßige Testbedingungen zu schaffen. Der Winter bietet hier den Vorteil, dass die Raumtemperatur gut kontrolliert werden kann. Eine Raumtemperatur von 20 °C wurde bei allen Tests angepeilt. Aufgetragen wurde die Paste mit der X-Methode, um Vergleichbarkeit zu schaffen.

Anschließend wurde kontrolliert, ob sich die Paste korrekt verteilt hat – bei allen drei Pasten funktionierte dies hervorragend. Wobei wir hier in diesem Beispiel noch etwas zu viel WLP aufgetragen hatten, die dann an den Rändern zu stark herausquillt, aber das Kühlergebnis wird damit jedoch nicht beeinflusst.

Es sollte erwähnt werden, dass die Testergebnisse nicht mit einer wissenschaftlichen Arbeit unter Laborbedingungen vergleichbar sind. Sie bilden die Praxis jedoch gut ab. Alle nachfolgenden Temperaturen beziehen sich auf den Tctl/Tdie-Wert, ermittelt mit HWiNFO.
Nun wollen wir keinen weiter auf die Folter spannen, hier kommen die Testergebnisse:
| Lüfterprofil | Messwert-Art | Arctic MX-4 | Arctic MX-6 | Arctic MX-7 |
|---|---|---|---|---|
| 25 % | Durchschnitt | 77,1 °C | 77,2 °C | 77,0 °C |
| Maximal | 79,2 °C | 79,3 °C | 79,5 °C | |
| 50 % | Durchschnitt | 69,6 °C | 69,4 °C | 69,3 °C |
| Maximal | 71,5 °C | 71,4 °C | 71,4 °C | |
| 75 % | Durchschnitt | 67,0 °C | 66,9 °C | 66,2 °C |
| Maximal | 69,5 °C | 68,4 °C | 67,6 °C | |
| 100 % | Durchschnitt | 66,7 °C | 66,6 °C | 66,7 °C |
| Maximal | 68,4 °C | 68,6 °C | 68,4 °C | |
| ASRock Silent Profil | Durchschnitt | 70,9 °C | 70,3 °C | 69,8 °C |
| Maximal | 71,2 °C | 71,0 °C | 70,5 °C |
Die Messergebnisse zeigen, dass sich die Arctic MX-4, MX-6 und MX-7 in diesem Test auf einem sehr engen Temperaturniveau bewegen. Über alle getesteten Lüfterprofile hinweg liegen die Abweichungen zwischen den einzelnen Wärmeleitpasten meist im Bereich von wenigen Zehntelgrad bis maximal rund 1 °C. Solch geringe Differenzen sind in der Praxis kaum spürbar und bewegen sich innerhalb dessen, was auch durch Messtoleranzen oder minimale Unterschiede beim Auftrag der Wärmeleitpaste entstehen kann.
Auffällig ist, dass die Arctic MX-7 zwar in vielen Szenarien leicht die niedrigsten Durchschnittstemperaturen erreicht – insbesondere bei 75 % Lüfterdrehzahl sowie im ASRock Silent Profil -, der Vorsprung gegenüber MX-4 und MX-6 jedoch insgesamt sehr gering ausfällt. Bei voller Lüfterleistung (100 %) liegen alle drei Pasten nahezu gleichauf, was darauf hindeutet, dass der Einfluss der Wärmeleitpaste bei maximaler Kühlleistung deutlich abnimmt. Der maximale gemessene Vorteil der MX-7 gegenüber der MX-4 liegt im Test bei unter 1 °C, was den geringen Einfluss der Wärmeleitpaste bei moderater Abwärme nochmals unterstreicht.
Ein möglicher Grund für die insgesamt sehr knappen Ergebnisse liegt in der vergleichsweise niedrigen Leistungsaufnahme der CPU von rund 120 Watt. In diesem Leistungsbereich stellt die Wärmeabfuhr für moderne Kühllösungen keine große Herausforderung dar. Die thermische Belastung ist schlicht nicht hoch genug, um größere Unterschiede zwischen den getesteten Wärmeleitpasten deutlich herauszuarbeiten.
Erst bei höheren Leistungsaufnahmen – etwa bei stark übertakteten Prozessoren oder dauerhaft hoher Last jenseits von 200 Watt – könnten sich die konstruktiven Vorteile der MX-7, wie die verbesserte Rezeptur und der reduzierte Pump-Out-Effekt, deutlicher bemerkbar machen.
Arctic MX-7 Fazit und Gesamteindruck …

