ASRock B850M Challenger WiFi White AMD AM5 Mainboard Test

BIOS …

Zum Testzeitpunkt war die aktuelle BIOS Version 4.43 noch nicht auf unserem Board installiert, weshalb wir vor den Tests das BIOS auf den neuesten Stand aktualisiert haben. Bemerkenswerterweise wurde der RAM nur mit 4800MT/s initialisiert, statt den maximal zulässigen 5600MT/s, obwohl ein EXPO Kit mit 6000MT/s und Single-Rank Bestückung installiert wurde.

Im OC Tweaker Menü sind die wichtigsten Einstellmöglichkeiten vorhanden, um dem System zu mehr Performance zu verhelfen. Allen voran das praktische Performance Preset zum Aktivieren von Precision Boost Overdrive und gleichzeitiger Spannungsreduzierung. Ebenso kann mit einem Klick die TDP der CPU von 65W auf 105W erhöht werden und für den RAM kann das schnelle EXPO Profil geladen werden, wobei wir an dieser Stelle anmerken möchten, dass EXPO Einstellungen nicht immer stabil laufen müssen und zu Problemen führen können.

Eine Suchfunktion hat ASRock beim B850M Challenger WiFi White integriert, aber den bekannten Easy Mode, wo die wichtigsten Systemdaten auf einer Seite gesammelt angezeigt werden, hat ASRock diesmal weggelassen. Das ist leider auch nicht das Einzige, was ASRock dem B850M Challenger WiFi White vorenthalten hat. Es fehlt leider auch die Möglichkeit, gezielt in den Precision Boost Overdrive Mechanismus einzugreifen. So kann kein Boost Clock Override festgelegt werden und auch der Curve Optimizer kann nicht individuell justiert werden. Warum ASRock diese Einstellmöglichkeiten bewusst entfernt hat, ist unklar. Denn AMD stellt diese Einstellmöglichkeiten grundsätzlich für jedes B850 Motherboard zur Verfügung. Ohne den Curve Optimizer lässt sich die CPU leider nicht auf maximale Effizienz tunen, was vielen Anwendern sicherlich ein Anliegen ist, da bessere Effizienz den Stromverbrauch reduziert und die Lautstärke des Systems minimiert.

Abgesehen vom reduzierten PBO Menü sind uns keine weiteren fehlenden Funktionen aufgefallen. Der RAM kann vollständig bis ins kleinste Detail getunt werden und auch sonst lässt sich quasi alles einstellen, was man von einem modernen PC kennt und erwartet.

Übertaktung …

Die BIOS Defaults begrenzen den installierten Ryzen 5 9600X Prozessor auf 65W TDP sowie auf einen Multicore Takt von 3900MHz. Außerdem läuft der RAM nur mit 4800MT/s. In dieser Konfiguration verbraucht das System zwar nicht viel Strom, es bleibt aber merklich hinter seiner möglichen Leistungsfähigkeit zurück. Im CPU-Z Benchmark werden single-threaded 853,6 Punkte erreicht und multi-threaded 6388,4 Punkte. Im Cinebench R23 Benchmark landen 16244 Punkte am Scoreboard.

Setzt man im BIOS die TDP auf 105W und aktiviert das EXPO RAM Profil, steigt die Performance des Testsystems bei Mehrkernbelastung deutlich an. Die CPU boostet bei Mehrkernbelastung deutlich höher und der RAM läuft nun mit 6000MT/s und strafferen Timings, was sich in den Benchmarks folgendermaßen zeigt. Aufgrund des fehlenden Boost Clock Overrides bleibt im CPU-Z Benchmark die Punktzahl beim single-threaded Test mit 853,2 Punkten praktisch gleich wie zuvor. Das Ergebnis im multi-threaded Benchmark steigt hingegen um 4,5% auf 6677,4 Punkte. Im Cinebench R23 steigt die Punktzahl sogar um ca. 10% auf 17850 Punkte. Durch die höhere TDP der CPU und dem schneller laufenden RAM steigt natürlich auch der Stromverbrauch. Von zuvor 123 Watt steigt die Gesamt-Leistungsaufnahme auf nun 195W.

Mit den bordeigenen Mitteln ist hinsichtlich Tuning dann jedoch schon fast das Ende erreicht. Zwar gibt es die Performance Presets, aber das Optimum an Performance und Effizienz erreicht man damit nicht. Deshalb haben wir unter Windows die AMD Software Ryzen Master installiert, um auf die von ASRock versteckten Tuningparameter zugreifen zu können. Mit AMD Ryzen Master erhält man vollen Zugriff auf das komplette Precision Boost Overdrive Menü.

Der Curve Optimizer kann für jeden Kern in Einzelschritten justiert werden, wobei jeder Schritt 5mV entspricht.

Sogar der umfangreiche Curve Shaper, wo die Spannung für unterschiedliche Frequenzbereiche und Temperaturen angepasst werden kann, ist vollständig nutzbar.

Durch simples Anheben des Boost Clock Overrides um 200MHz und Anpassen des Curve Optimizers erzielte unser Testsystem schlussendlich 886,8 Punkte single-threaded und 6933,4 Punkte multi-threaded im CPU-Z Benchmark, was Steigerungen von 3,9% und 3,8% bedeutet. Die Punktzahl im Cinebench R23 stieg um 4,3% auf 18610 Punkte bei gleichbleibendem Stromverbrauch. Leider reicht es nicht, die CPU-Parameter in Ryzen Master einmalig festzulegen. Damit die Performance dauerhaft auch nach Neustarts so hoch bleibt, muss ein umfangreich konfiguriertes Profil mit allen Leistungswerten und Timings für CPU und RAM angelegt werden, weshalb die Nutzung von AMD Ryzen Master nur für sehr erfahrene User empfehlenswert ist. Deswegen ist es umso ärgerlicher, dass ASRock das PBO Menü im BIOS Großteils entfernt hat, obwohl andere Motherboards der Einsteigerklasse mit B850 Chipsatz von ASRock das vollständige PBO Menü aufweisen.

Zusammenfassend hier noch einmal die einzelnen Benchmarkwerte im Überblick.

Zum Schluss haben wir noch die Übertaktungsfähigkeiten für Arbeitsspeicher auf dem B850M Challenger WiFi White überprüft. Bereits beim ersten Versuch gelang es, DDR5-8000 stabil zum Laufen zu bekommen und wenige Neustarts später lief ein optimiertes DDR5-8000 Profil problemlos durch alle RAM Stresstests, die wir finden konnten. Das sind unsere DDR5-8000 Einstellungen.

Und hier noch ein Screenshot vom erfolgreichen Durchlauf des anspruchsvollen RAM Tests TestMem5.

ASRock B850M Challenger WiFi White Energieverbrauch Werte …