|
+++ Das ASRock K8 Combo-Z Mainboard
liegt derzeit bei einem Preis von ca. 60 Euro (07/2005),
was wirklich erstaunlich ist, da sich selbst die günstigsten
Sockel 754 oder Sockel 939 Boards
nur sehr selten in dieser Preisregion finden lassen.
Bei diesem Board handelt es sich zudem nicht um ein herkömmliches
Sockel 754/939 Mainboard,
sondern dieses Board vereint beide Prozessor Varianten auf einer
einzigen Hauptplatine.
Wer sich also nicht sicher ist, ob er/sie derzeit einen günstigen
Sockel 754 Prozessor kaufen soll,
hat hiermit die Option offen ohne Mainboardtausch auf ein Sockel
939 System umzusteigen.
Der Weg von einem Single-Channel Sockel 754 zu einem DUAL-Channel
Speicher tauglichen
Sockel 939 System wird beim Combo-Z nur durch einige Jumper-Reihen
getrennt:

Somit kann man innerhalb von wenigen Minuten eine dieser beiden
Prozessoren zum Laufen bringen.
Und damit der Weg noch etwas einfacher wird, liefert ASRock dieses
kleine Werkzeug zum
Entfernen der Jumper mit. Es wird einfach in eine der oben dargestellten
Jumperleisten
eingehakt und schon kann man diese relativ angenehm rausziehen:
Ich stand Combo Mainboards bislang immer etwas skeptisch gegenüber,
da oftmals verschiedene
Generationen von CPUs, Speicher, etc. auf Kosten der Performance
kombiniert wurden,
aber in diesem Fall wurde ich eines Besseren belehrt.
Denn sowohl die Performance im Sockel 754 Betrieb als auch im Sockel
939 Betrieb kann sich
durchaus mit gleichgesinnten Mainboards messen und mußte dank
dem ULi Chipsatz
keine Einbußen hinnehmen.
Aber wie schaut es mit der Aufrüstung und den Features aus
?
Auch hier wurde nicht gespart, denn auf dem Full size ATX Board
gibt es 2x IDE Anschlüsse
für bis zu 4x ATA 133 Festplatten, 2x SATA Anschlüsse,
4 x ATX-Panel USB 2.0 Buchsen,
onBoard 10/100 RTL 8201 BL LAN und ganze 6 Klinkenbuchsen für
7.1 Surround Sound.
Alle Treiber für Windows XP und ältere Betriebssysteme
werden selbstverständlich auf CDROM
mitgeliefert und jederzeit aktuell bei ASRock
zum Download angeboten.
Da je nach verwendeter CPU auch die Speicherbänke gewechselt
werden müssen, kommt allerdings
die Aufrüstbarkeit des Speichers für den Sockel 754 im
Single-Channel Betrieb mit 2 Bänken
etwas kurz (DUAL-Channel ist technisch gesehen nur dem S939 Pendant
vorbehalten).
Beim Betrieb eines Sockel 939 Prozessors können im DUAL-Channel
Modus sowohl 2 Einseitige
als auch 2 Doppelseitige Module verwendet werden und im Single-Channel
Modus bietet das
Combo Board Platz für bis zu 3 DIMMs mit insgesamt 2 GB.
Da das Board über ein AMI BIOS verfügt, gelangt man nach
dem Einschalten über die
F2 Taste in das BIOS.
Dort erwarten uns umfangreiche Einstellungen für das Timing
der Speichermodule, einstellbarer
Multiplikator (wie üblich technisch bedingt nur niedriger als
der original Multi wählbar),
änderbare Host frequency von 140 MHz bis 300 MHz und HT von
200 bis 1000 MHz wählbar.
Hinsichtlich einer hohen Übertaktung des Systems ist allerdings
die Spannungsveränderung
etwas zu kurz gekommen, da lediglich die CPU Spannung geändert
werden kann.
Zudem kann die AGP und pci Bus Frequenz leider nicht auf einen festen
Wert eingestellt werden.
Aber ASRock wollte mit diesem Combo Board auch gewiss keine OC Platine
auf den Markt bringen,
sondern vielmehr ein preiswertes Multitalent.
Dennoch konnte ich mir die Übertaktungsversuche nicht verkneifen
und wollte zumindest eine Prüfung
der maximal möglichen host frequency ausfindig machen, die
bis ca. 250 MHz noch stabil lief.
Der passiv gekühlte ULi M1689 Chipsatz blieb hierbei auch ohne
aktiven Lüfter relativ kühl,
insofern ist es also durchaus möglich noch ein paar hundert
MHz aus seinem Prozessor zu holen.
Wer die Übertaktung etwas übertreibt, sollte sich allerdings
nicht allzu sehr auf den
"Boot failure guard" verlassen, da dieser bei zu hoher
host frequency leider ebenfalls streikt.
Hier hilft dann nur noch der Griff zum Clear CMOS Jumper, womit
das BIOS dann komplett
zurückgesetzt wird.
Fazit: ASRock hat mit dem K8 Combo-Z ein äusserst günstiges
Mainboard entwickelt, womit die
Wahl zwischen dem preiswerten Sockel 754 und dem Sockel 939 Prozessor
nicht endgültig sein muß,
da man hiermit jederzeit binnen weniger Minuten zum Athlon 64 Pendant
wechseln kann.
In Punkto Übertaktung ist das ansonsten sehr vielseitige Mainboard
sicherlich nicht der
letzte Schrei, aber man läuft auch nicht schreiend davon ;-)
Die Performance, die Ausstattung und das Board Layout mußte
jedenfalls nicht
unter den beiden Sockeln leiden, insofern ist der Firma ASRock die
Mission der freien Prozessor-
Wahl ohne spezielle Adapter bestens gelungen !
Hiermit möchte ich mich auch nochmals ganz herzlich bei ASRock
für die Unterstützung bedanken.
|